Cooles für Eltern

Kinder & Medien: Tipps für Eltern

Habt ihr weitere Themen im Zusammenhang mit Kindern & digitalen Medien, die euch interessieren? Dann schreibt uns unter info@coollama.de oder kommentiert auf dieser Seite! Zu den Kommentaren


Wie lange darf mein Kind vor Laptop, Handy und dem Fernseher sitzen?

Mit dieser Frage beschäftigen sich diverse Beratungsangebote wie SCHAU HIN! und klicksafe. Und empfehlen dabei die Einhaltung fester Mediennutzungszeiten.

Diese variieren je nach Beratungsangebot und liegen für sechs bis 10-Jährige meist bei nur 30-60 Minuten pro Tag; ein Wert der insbesondere zu Pandemie-Zeiten oft nicht eingehalten wird.

Es gibt aber auch Stimmen gegen die Vereinbarung von Mediennutzungszeiten.

So weist das Kindermedienland Baden-Württemberg darauf hin, dass zu starre Regelungen Schwierigkeiten bereiten. Zum einen könne die Einhaltung der Nutzungszeit oft nicht gut kontrolliert werden, zum anderen können fest vereinbarte Kontingente dazu führen, dass sie auch wirklich immer ausgeschöpft werden, nur um keine Medienzeit „zu verschenken“. Außerdem böten sich an Schultagen und Wochenenden oft unterschiedliche Situationen.

Vielmehr wäre es ratsam, Regeln aufzustellen wie „Keine Handys am Esstisch“. Und auf „Beziehungszeiten“ zu achten, also darauf, dass genügend Zeit für Quality Time, für gemeinsame Gespräche, Hilfe bei den Hausaufgaben da ist.

Wichtig ist unseres Erachtens auch, was genau während Medienzeiten passiert. Wird am Laptop für die Schule gelernt (Recherche für Referat, Lernspiele), wird während der Medienzeit etwas kreiert (Stop Motion Filme, Coding, YouTube Videos) oder wird wirklich nur Fernsehen konsumiert oder gezockt?

Denn wenn das Kind mithilfe von Medien kreativ wird oder sich etwas aktiv erarbeitet und zusätzlich ein Ausgleich im Sinne von Bewegung an der frischen Luft und „Beziehungszeiten“ erfolgt, so sollte auch ein gelegentliches Mehr an Medienzeit für Kinder noch akzeptabel sein.


Geeignete Kinder- Apps & Kinderseiten

Gute Kinderseiten & Apps sollten ein paar grundsätzlichen Anforderungen genügen:

1. Sie sollten kinderfreundlich gestaltet und leicht und intuitiv zu navigieren sein

2. Sie sollten ausschließlich kindgerechte Inhalte anbieten und keinerlei problematische Werbeformen, In-App-Käufe und Verlinkungen enthalten

3. Sofern Chats & Foren angeboten werden, sollten diese moderiert sein

Möchte man sich als Eltern nicht selbst die Mühe machen, Apps auf Kindertauglichkeit zu testen, so kann man auch mal bei Seitenstark oder klicktipps.net hineinschauen.

Seitenstark ist ein Verbund von über 60 Kinderseiten, die alle, von der vom BMFJS geförderten Initiative, sehr gründlich auf Kinderfreundlichkeit & Sicherheit überprüft wurden.

Die Initiative klicktipps.net, macht es sich ebenfalls zur Aufgabe, aus dem breiten Angebot an Websites und Apps empfehlenswerte Inhalte zu identifizieren, um Eltern bei der Medienauswahl zu unterstützen. Hier findet man auch eine Auswahl guter Lern-Apps.

Klicktipps.net gibt außerdem auch Hilfestellung, um Smartphone und Tablet so einzustellen, dass Käufe verhindert, Altersbeschränkungen eingestellt und nicht benötigte Funktionen am Gerät ausgeschaltet werden. Klicke hierfür auf klicktipps.net Sicherheitseinstellungen für Android oder iOs.     


Was ist Cybergrooming?

Cybergrooming (vom Englischen „grooming“, auf Deutsch „anbahnen“) ist das gezielte Ansprechen Minderjähriger mit dem Ziel, sexuelle Kontakte anzubahnen.

Beliebte Kanäle für Cybergrooming sind z. B. Online-Spieleplattformen mit Chatfunktionen (z. B. Fortnite oder FarmVille), Social Media oder auch Messenger Dienste wie WhatsApp.

Laut klicksafe gehen Täter beim Cybergrooming immer nach demselben Muster vor und bahnen erstmal Vertrauen an, bevor sie ihre Opfer sexuell belästigen.

So schildert klicksafe folgende Beispiele:

1. Die elfjährige Laura spielt gerne FarmVille auf Facebook. Als sie eines Tages von einem ihr Unbekannten eine große Menge der FarmVille Spielwährung geschenkt bekommt, beginnt sie mit diesem zu chatten. Der Unbekannte stellt sich ihr als 14-Jähriger vor und bietet Laura an, ihr noch mehr der FarmVille Spielwährung zu schenken, wenn sie ihm Bilder von ihrer Unterwäsche schickt.

2. Markus ist 13 und spielt viele seiner Spiele über die Onlineplattform Steam. Irgendwann bekommt er eine Chatnachricht von einem User, der ihm bis dahin unbekannt war. Dieser stellt sich ihm als 14-Jährige vor, die total begeistert von seiner Spielesammlung ist und sich gerne mal zum gemeinsamen Zocken treffen möchte.

Laut Schau hin! ist Cybergrooming als Form des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen in Deutschland verboten. Strafbar sei dabei die Kontaktaufnahme, die mit der Absicht erfolgt, das Kind zu sexuellen Handlungen zu bringen.

Es müssten also keine Fotos oder Videos sowie Nachrichten mit sexuellem Inhalt ausgetauscht worden sein, um den Tatbestand des Cybergroomings zu erfüllen.

Wie kann ich mein Kind schützen?

Der sicherlich beste Schutz für jedes Kind ist die eigene Sensibilisierung im Umgang mit Medien, insbesondere den erwähnten Online-Spieleplattformen, sozialen Netzwerken und Messenger Diensten, die häufig Nährboden für Cybergrooming sind.

Sprecht mit euren Kindern und weist sie auf mögliche Gefahren hin, nennt Beispiele und fordert zu gesundem Misstrauen auf.

Ziel sollte stets sein, potentielle Opfer und auch Beobachter zu stärken und ihnen mögliche Handlungsweisen an die Hand zu geben: „Bitte komm auf mich zu, wenn du das Gefühl hast, jemand verhält sich merkwürdig dir oder anderen gegenüber“; „Mit dieser Funktion kannst du Nutzer blocken oder melden“ etc.

Außerdem sollte schon beim Anmelden auf neuen Plattformen darauf geachtet werden, dass das Risiko von Cybergrooming reduziert wird:

mit persönlichen Daten sollte möglichst sparsam umgegangen werden

der Username sollte keine Hinweise auf Identität, Alter, Wohnort geben

-das Profilbild sollte kein Foto des Kindes zeigen

-die Profil-Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre sollten angepasst werden (Profile können z. B. privat gestellt werden, so dass Nachrichten erst bei zugelassenen Kontakten ausgetauscht werden können bzw. Bilder & Posts nur von zugelassenen Kontakten gesehen werden; Chatfunktionen können ausgestellt werden etc.)

Liegt ein Fall von Cybergrooming vor, so schlägt Schau Hin! vor, dass Eltern nicht nur behutsam und ruhig mit ihrem Kind über den Hergang sprechen. Vielmehr sollten Eltern Beweise per Screenshot sichern und Verstöße dem Betreiber der Plattform melden und Beschwerdestellen wie jugendschutz.net und internet-beschwerdestelle.de informieren.

„Wenn Eltern den Eindruck haben, dass Erwachsene ihre Kinder kontaktiert haben und ein Fall von Cybergrooming vorliegt, wenden sie sich an die Polizei, um Anzeige gegen die TäterInnen zu erstatten. Betroffene Kinder und Eltern bekommen Unterstützung beispielsweise über das „Hilfetelefon Sexueller Missbrauch“, kostenlos und anonym erreichbar unter 0800 – 22 55 530“


Wie kann mein Kind Fake News erkennen?

Während früher Bücher & Zeitungen Basis für Informationen & Wissen bildeten, informieren sich junge Menschen immer häufiger im Internet, in sozialen Netzwerken, auf YouTube oder Blogs über Nachrichten und aktuelle Ereignisse.

Dabei laufen sie oftmals Gefahr, Falschmeldungen aufzusitzen und diese auch noch zu verbreiten. Denn im Netz finden sich oftmals schlecht recherchierte Artikel, Verschwörungstheoretiker, die ihre Überzeugungen als Fakt verkaufen oder sogar manipulierende Nachrichtenseiten, die mit reißerischen, oft unwahren Überschriften versuchen höhere Zugriffszahlen zu erreichen (Clickbait).

Laut klicksafe attestiert eine amerikanischen Studie („Most Students Don’t Know When News Is Fake“), dass zahlreiche Schülerinnen und Schüler fundierte Nachrichten nicht identifizierten.

Anstatt auf Quellen zu achten, vertrauten sie vor allem detailreichen Texten und Bildbelegen. Die Studenten konnten zudem nicht begründen, warum sie kritisch oder misstrauisch mit bestimmten Inhalten umgehen sollten.

Damit Kinder und Jugendliche nicht Fake News aufsitzen, erfordert es altersgerechte Aufklärung und Unterstützung durch Lehrer und Eltern. Ein kritisches Bewusstsein gegenüber Informationen muss gemeinsam entwickelt werden. Informationskompetenz und Quellenkritik werden zu Kernkompetenzen, die Kinder schon frühzeitig beherrschen müssen.

Klicksafe beschreibt vier Schritte, die es zum Einschätzen einer Quelle benötigt:

1. Quelle: Wer steckt dahinter? (Parteilichkeit, Intention, Kompetenz)

2. Fakten: Wahrheitsgehalt? Abgleich mit anderen Quellen

3. Bilder: Ist das Bild bearbeitet? Gehört es tatsächlich zum Text?

4. Aktualität: Sind die Informationen aktuell?

Der Kinderseiten-Verbund Seitenstark hat eine Auswahl an guten Angeboten zusammengestellt, die das Thema Fake News Kindern nahebringen sollen. In der Auswahl findet sich z. B. die Seite Frieden Fragen, die gute Erklärvideos & Artikel zu dem Thema veröffentlicht.

Ebenfalls aufgeführt ist der SWR Fakefinder, ein Onlinespiel, bei dem Kinder an einem Chat teilnehmen, in dem ihnen die unglaublichsten Nachrichten gezeigt werden. Einige stimmen, andere nicht; das Kind muss die Fake News identifizieren.


Was ist eigentlich Roblox?

Das fragen sich momentan so einige Grundschul-Eltern. Denn die Online-Spieleplattform hat auch in Deutschland mächtig an Fahrt aufgenommen und ist insbesondere bei unter 13-Jährigen beliebt.

Das Besondere an Roblox und der Unterschied zu „herkömmlichen“ Spiele-Apps oder anderen Spieleplattformen, wie z. B. Minecraft, ist, dass es sich hier um ein MMO (Massive Multiplayer Online) Game handelt, also um ein Spiel, in dem mehrere Spieler mit- oder gegeneinander spielen und auch miteinander kommunizieren.

Innerhalb der Roblox-Plattform kann man entweder Spiele mit einer relativ leichten Programmiersprache selbst kreieren oder die Spiele anderer spielen. Die Spieleauswahl ist dadurch groß. Mädchen finden z. B. „Adopt me!“ toll, ein Spiel, bei dem Kinder & Tiere adoptiert und gepflegt werden können. Jungs sind eher von „Hide & Seek“ oder „Jailbreak“ angetan.

Auch wenn die Spieleplattform nach eigenem Bekunden ein umfassendes Schutzkonzept hat, bleiben Risiken. So befindet die Stiftung Warentest das Spiel als „inakzeptabel“, weil nicht kindersicher, was unter anderem an der zur Auswahl stehenden großen und potentiell nicht immer sorgfältig kuratierten Spieleauswahl liegt.

So finden sich teilweise Shooter-Spiele auf der Plattform, Stiftung Warentest entdeckte zudem ein rassistisches Spiel. Auch der Datenschutz bei Roblox wird kritisiert.

Zudem führt die Roblox Chat-Funktion dazu, dass Spieler miteinander kommunizieren können, was weitere Risiken birgt. Auch gibt es innerhalb von Roblox Möglichkeiten für Käufe mit der Roblox eigenen Währung Robux, die wiederum für echtes Geld erworben wird.

Generell sollte Roblox also mit Vorsicht genossen werden. Die pädagogischen Spielebewertungen von Spieleratgeber NRW und Spielbar empfehlen die Spiele-App somit auch erst ab einem Alter von zwölf Jahren.

Worauf sollte man achten?

1. In den Einstellungen kann man die Chat-Funktionen einschränken und eine Kindersicherung und Kontoeinschränkungen hinzuzufügen. So kann nur auf kuratierte Inhalte zugegriffen werden. Ein „How to guide“ von Internetmatters.org gibt es in Englisch hier.

2. Das Kind sollte sich einen Usernamen aussuchen, der keinen Aufschluss über Geschlecht, Alter und/oder Wohnort gibt (wie z. B. „Lena_9years@Munich“)

3. Noch vor der Registrierung sollte mit dem Kind vorab über die Risiken von Roblox gesprochen werden: Bitte gib keinem Chatpartner einfach Passwörter; verrate nie sensible Daten wie z. B. deine Adresse; sei grundsätzlich eher misstrauisch bei den Tausch-Transaktionen, die man innerhalb mancher Spiele in Roblox auf Vertrauensbasis durchführen kann („Trust Trade“, z. B. Tiere tauschen in Adopt me!)


Cyberbullying, Shitstorms & Hate-Speech

Die Kommunikationskultur im Internet ist oft verroht und brutal. Dies liegt auch daran, dass man sich anonym und unter einem Alias bewegen kann. Oder aber zuhause vor dem PC sitzt und sich dort „mutiger“ fühlt als bei einer direkten Konfrontation.

Dies führt zu unterschiedlichen Formen von digitaler Gewalt z. B. „Shitstorms“, „Hate Speech“ oder „Cyberbullying“.

Aber was steht hinter all diesen Begriffen und wo ist der Unterschied?

Der Shitstorm bezeichnet laut Wikipedia das lawinenartige Auftreten negativer Kritik bis hin zur Schmähkritik im Rahmen von sozialen Netzwerken, Blogs oder Kommentarfunktionen von Internetseiten.

Shitstorms sind meist ausgelöst durch spezielle Ereignisse, Aktionen oder auch Posts derjenigen, die vom Shitstorm getroffen werden.

Beim Cyberbullying oder auch Cybermobbing werden laut Schau Hin! einzelne Personen immer wieder schikaniert, gequält und (seelisch) verletzt. „Oft ist das Mobbing in Schulen nicht vom Cybermobbing zu trennen und eng miteinander verknüpft. Wenn ein peinliches oder demütigendes Video von einem Schüler oder einer Schülerin per Messenger, z.B. im WhatsApp-Klassenchat, verbreitet wird, kommt es meist auch im Klassenzimmer zu Demütigungen und Ausgrenzung. Die Hemmschwelle beim Cybermobbing ist niedrig, da die TäterInnen nicht unmittelbar mit der Reaktion der Opfer konfrontiert sind.“

Hate Speech unterscheidet sich laut klicksafe von anderen Formen digitaler Gewalt. Während von Cyber-Mobbing und Shitstorms im Prinzip alle in gleichem Maße betroffen sein können, richtet sich Hate Speech vorwiegend gegen Personen, weil sie einer bestimmten Gruppe zugeordnet werden. „Sie erfahren eine Abwertung aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer (vermeintlichen) Herkunft, ihrer Religion, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung oder ihres Körpers.“

Wie geht man damit um, wenn das eigene Kind von einer dieser Formen digitaler Gewalt betroffen ist?

Wird die eigene Tochter oder der eigene Sohn Opfer von Mobbing, Shit Storms oder Hate Speech ist es wichtig das Kind zu allererst mal zu trösten und ihm zu zeigen, dass es nicht alleine ist!

Dann wird gemeinsam nach Lösungen gesucht. Manchmal macht es Sinn die TäterInnen direkt zu konfrontieren, dessen/deren Eltern oder auch die Schule einzuschalten.

Sollte eine Straftat vorliegen, kann es sogar sinnvoll sein, rechtliche Schritte einzuleiten.

Schau Hin! vermerkt außerdem, selbst „wenn das Kind aus Versehen selbst etwas von sich verbreitet hat, was nun zum Mobbing missbraucht wird, ist es wichtig, es nicht dafür zu bestrafen und keine Vorwürfe zu machen, sondern seine Sorgen ernst zu nehmen.“

Wenn Kinder sich ihren Eltern im Falle von Mobbing nicht anvertrauen wollen, dann gibt es Stellen, wo sie sich auch anonym Rat holen können.

Z. B. bei dem Beratungsteam von Jugendlichen auf www.juuuport.de oder bei der Nummer gegen Kummer unter 116111!

Um Cyber-Mobbing & Co zu verhindern, sollten alle Kinder früh und eindringlich darauf hingewiesen werden, dass ein respektvoller Umgang miteinander sich nicht nur auf den direkten zwischenmenschlichen Kontakt beschränkt. Im Netz sollten die gleichen Regeln gelten!


Welche Suchmaschinen sind für Kinder geeignet?

Das Internet ist mittlerweile unser Informations- & Recherchemedium Nummer 1. Nicht selten antworten Eltern „Oh, das muss ich selber mal im Internet nachschauen“, wenn Kinder Fragen stellen.

So erstaunt es nicht, dass auch Kinder früh „selber im Internet nachschauen“ wollen oder für Hausaufgaben und kleine Vorträge erste Erfahrungen mit Suchmaschinen sammeln.

Google, Bing & Yahoo sind allerdings nicht auf Kinder ausgelegt. Sie zeigen ungefiltert Inhalte, die für Kinder potentiell ungeeignete und erschreckende Informationen & Bilder enthalten. Die Suchergebnisse sind nicht kuratiert und auf Seriosität und Wahrheitsgehalt überprüft. Außerdem kann die Informationsflut, die mit einer Suche auf regulären Suchmaschinen einhergeht, Kinder erst einmal überfordern.

Auch wenn Informationskompetenz & Quellenkritik wichtige Anforderungen an unsere Kinder sind, die frühzeitig erlernt werden müssen, so macht es doch Sinn die ersten Schritte im Internet in einem sicheren Raum stattfinden zu lassen.

Zum Glück gibt es in Deutschland ganz tolle Kindersuchmaschinen wie z. B. Blinde Kuh und fragFinn.

Laut fragFINN bietet ihre Seite einen geschützten Surfraum, der speziell für Kinder von 6 bis 12 Jahren geschaffen wurde: „Mit der Suchmaschine für Kinder auf fragFINN.de und der zugehörigen Browser-App werden nur kindergeeignete, von Medienpädagogen redaktionell geprüfte Internetseiten gefunden, Kinderinternetseiten werden dabei in den Suchergebnissen ganz oben platziert.“

Auch die Blinde Kuh bietet eine Suchmaschine mit tausenden geprüften Online-Angeboten, außerdem gibt es noch einen Surftipp-Katalog, Nachrichten, Spiele und eine Videosammlung für Kinder.


Kinder und Influencer

Kinder begegnen „Influencern“ im Netz schon früh. „Sechsjährige, die auf YouTube Spielzeug, Spiele oder Apps testen. Zehnjährige, die bei Snapchat Einblicke in ihre Alltags- und Freizeitaktivitäten gewähren. Vierzehnjährige, die auf Instagram Mode- und Schminktipps geben. All das ist im Social Web längst nichts Ungewöhnliches mehr und die Zahl der entsprechenden Kanäle wächst, in denen Kinder auf diese oder ähnliche Weise mitwirken.“, so das Deutsche Kinderhilfswerk.

Durch das Teilen teils intimer Einblicke in das Privatleben und den „direkten“ Kontakt mit den Fans über Kommentarfunktionen und Videos werden Influencer zu „Stars zum Anfassen“. Sie tauchen in Feeds direkt über der Freundin und unter der Tante auf. So entsteht manchmal der Eindruck, der Influencer wäre ein guter Bekannter, was zu einer Art „Vertrauensverhältnis“ und somit zu einer noch größeren Zugänglichkeit der Kinder und Jugendlichen führt.

Influencer bergen vor allem zwei Sorten von Risiken:

1. Ihre andauernde Selbstinszenierung vermittelt meist vermeintliche Perfektion und unrealistische Lebensumstände („Instagram versus Reality“). Dies führt potentiell dazu, dass Kinder und Heranwachsende z. B. falsche Köperideale und übertriebene Erwartungen an die eigene Lebenssituation entwickeln

2. Kids verstehen außerdem oft nicht den versteckten Kommerz, der hinter den Empfehlungen, Beschreibungen und Bildern steckt

So schreibt klicksafe: „Die Naivität von Jugendlichen, deren Glaube fest daran hält, dass ein Star wie Bianca Heinecke mit ihrem YouTube-Kanal Bibis Beauty Palace, ohne Hintergedanken Make Up und Kleidungsstücke von großen Firmen in die Kamera hält, ist nicht zu unterschätzen. Das hübsche Mädchen, scheinbar von nebenan, das sich Unmengen von Make up und Kleidung leisten kann, die in den Urlaub auf die Malediven geht und dessen Outfits und Styling in den Videos immer perfekt abgestimmt sind, lassen die jugendlichen Fans utopische Vorstellungen eines „normalen Lebens“ erschließen. Die „beste Freundin“, die den Mädchen zeigt, welche Produkte man unbedingt haben muss, ist durch ihren großen Einfluss auf ihre Fangemeinschaft ein perfektes Werbemedium.“

Tipps für Eltern

Oft genügt es schon mit dem eigenen Kind über Influencer, die dem Kind gefallen, zu sprechen und deren Handlungen und auch ihr Aussehen zu hinterfragen.

Warum berichtet das Vorbild gerade so begeistert über dieses Produkt? Ist es wirklich so ein großer Fan oder verdient es damit Geld?

Hat die Influencerin auch im richtigen Leben so eine seidige Haut oder wurde hier mit Bildbearbeitung und Filter nachgeholfen?

So wird die Inszenierung besser verstanden und der versteckte Kommerz enttarnt.

Eltern sollten auch früh unterstützen, dass das Kind ein gesundes Körperbewusstsein entwickelt und sich nicht von Körperkult und Stereotypen unter Druck setzen lässt. Dazu gehört auch, dass Eltern darauf achten, wie sie mit ihrem Kind über Äußerlichkeiten (eigene Äußerlichkeiten, die des Kindes, Äußerlichkeiten anderer) reden.

„Zu viele negative Bemerkungen sind unangebracht und eine Gefahr für ein gesundes Selbstbild“, vermerkt Schau Hin!.

Vielmehr ist es wichtig das Selbstvertrauen des Kindes zu stärken und deutlich zu machen, dass Kindern nicht jedem Trend nacheifern & jedes Körperideal erfüllen müssen, um soziale Anerkennung zu erfahren.

„Eltern können mit ihrem Kind darüber diskutieren, was die besten Freunde wirklich an einem schätzen und man selbst gut an sich findet“, so Schau hin!.


Kinderbilder im Netz

Über Kinderbilder im Netz gehen die Meinungen stark auseinander. Während die einen strikt dagegen sind, posten andere gerne und oft aktuelle Schnappschüsse des Nachwuchses in den sozialen Medien.

Manchmal wünschen sich sogar schon ältere Grundschüler einen eigenen TikTok oder Instagram Account um ihn mit Videos und Bildern von sich zu füllen.

Wir möchten hier keine Stellung beziehen, was richtig und falsch ist. Sollten sich Eltern aber dazu entscheiden, Bilder zu posten, so gibt es einige simple Regeln, die beachtet werden sollten.

Laut dem Präventionsportal der Polizei-Gewerkschaft sind Kinderfotos im Netz unbedenklich wenn…

– das Kind vor der Veröffentlichung um Erlaubnis gefragt wird

keine Fotos hochgeladen werden, die das Kind in peinlichen oder unangemessenen Situationen zeigt

keine personenbezogenen Daten veröffentlicht werden (z. B. Name, Adresse)

– die Sicherheits- und Privatsphäre-Einstellungen für Fotos überprüft wurden und die Sichtbarkeit eingeschränkt wurde

Die Polizei macht außerdem darauf aufmerksam, dass man um Löschung bitten soll, lädt jemand anderes ein Bild des eigenen Kindes im Internet hoch. Ansonsten solle man den Vorfall beim Betreiber melden.

Das Deutsche Kinderhilfswerk fügt außerdem noch hinzu, dass man immer überlegen sollte, ob es für die Bildaussage des Fotos zwingend notwendig ist, das Gesicht des Kindes zu zeigen.

Und wünscht sich, dass Eltern ihre Vorbildfunktion wahrnehmen: „Als Erwachsene, insbesondere als Eltern oder Großeltern, haben Sie eine Vorbildfunktion für Kinder. Wenn Sie verantwortungsbewusst mit Fotos von sich und Ihren Kindern in Sozialen Medien umgehen, profitieren auch Ihre Kinder davon. Nicht nur, weil sie dadurch vor potenziell ungewollten Einblicken geschützt werden, sondern auch, weil ihnen durch die direkte Beteiligung von Anfang ein verantwortungsbewusster Umgang mit persönlichen Daten im Internet vermittelt wird.“

2 thoughts on “Cooles für Eltern

  1. Pflichtlektüre für Eltern, Lehrerinnen und Lehrer und sonstige Multiplikatoren!
    Vielen Dank für dies Infos!!
    Ich werde es in der Bücherei und privat weitergeben,
    eine dankbare Oma (64)

    0

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